Wohltuendes Wiedersehen Bibiana Holzhey im Bonner Generalanzeiger, 16.5.2003
Menchen hautnah: Ein Tutsi aus Dresden (WDR). Das war ein wohltuendes Wiedersehen mit Thomas Mazimpaka. Denn es zeigte, dass es ihm gut geht und er viel Gutes in seinem geschun- denen Land tut. 1998 lernten die
Fernsehzuschauer ihn kennen. In seiner Dokumentation “Ein Tutsi in Dresden” hatte der engagierte Filmemacher Hansjürgen Hilgert das Schicksal des Thomas Mazimpaka aus Ruanda geschildert. Auf der Flucht vor Bürgerkrieg und
Verfolgung hatte er 1991 in Deutschland um Asyl gebeten und sieben Jahre lang in Dresden auf die Entscheidung darüber gewartet. Die deutschen Behörden taten nichts, aber der Tutsi nutzte die Zeit, um die Sprache zu lernen, ein
Buch zu schreiben, in Schulen und Kirchen über Hass, Gewalt und Diskriminierung zu diskutieren. 1999 gab er seinen Kampf um Aufenthaltsrecht auf und ging zurück nach Ruanda. Dort arbeitet er beim Deutschen Entwicklungsdienst
und baute ein Hilfswerk für Waisenkinder auf, übrigens mit der Hilfe der katholischen Kirchengemeinde Alfter. Über dieses neue Leben des “Tutsi aus Dresden” hat Hansjürgen Hilgert 2002 wiederum eine Doku- mentation gedreht.
Fast kommentarlos nüchtern beobachtete er Mazimpaka. Keiner von Beiden nutzte die Öffentlichkeit, um plakativ anzuklagen oder Rache zu propagieren. Dadurch wurde der Film um so eindrucksvoller. Und er zeigte, dass es lobens-
und sehenswert ist, wenn ein Autor ein Schicksal weiterverfolgt.